Beim Schießen entstehen sehr hohe Schallpegel, die sowohl für Schützen als auch für die Umgebung eine erhebliche Belastung darstellen können. Besonders zwei Geräuscharten spielen dabei eine zentrale Rolle: der Mündungsknall und der Geschossknall. Beide entstehen aus unterschiedlichen physikalischen Vorgängen und haben jeweils eigene Auswirkungen auf die Akustik von Schießständen.

Ein grundlegendes Verständnis dieser beiden Schallarten ist wichtig, um geeignete Maßnahmen zur Schallreduktion und akustischen Optimierung von Schießanlagen zu entwickeln.

Der Mündungsknall

Der Mündungsknall entsteht unmittelbar beim Austritt der Verbrennungsgase aus der Laufmündung der Waffe.

Beim Abfeuern einer Patrone verbrennt das Treibladungspulver innerhalb der Patronenhülse. Dabei entstehen sehr heiße und stark komprimierte Gase, die das Geschoss durch den Lauf treiben. Sobald das Geschoss den Lauf verlässt, strömen diese Gase schlagartig in die Umgebung aus.

Durch diese plötzliche Druckentlastung entsteht eine Druckwelle, die als lauter Knall wahrgenommen wird – der sogenannte Mündungsknall.

Typische Eigenschaften des Mündungsknalls:

  • entsteht direkt an der Laufmündung

  • breitet sich kugelförmig in alle Richtungen aus

  • ist besonders stark in geschlossenen Räumen wahrnehmbar

  • wird stark durch Raumakustik und Reflexionen beeinflusst

Gerade in Indoor-Schießständen ist der Mündungsknall häufig der dominierende Schallanteil.


Der Geschossknall

Der Geschossknall entsteht, wenn ein Geschoss mit Überschallgeschwindigkeit fliegt.

Sobald ein Projektil schneller als die Schallgeschwindigkeit ist (etwa 343 m/s in Luft), bildet sich eine sogenannte Überschallstoßwelle. Diese Stoßwelle breitet sich kegelförmig entlang der Flugbahn des Geschosses aus.

Der daraus entstehende Knall wird als Geschossknall oder auch als Überschallknall wahrgenommen.

Typische Eigenschaften des Geschossknalls:

  • entsteht entlang der gesamten Flugbahn des Projektils

  • tritt nur bei Überschallgeschossen auf

  • wird als scharfer „Peitschenknall“ wahrgenommen

  • ist besonders im Außenbereich deutlich hörbar

Bei Unterschallmunition tritt dieser Effekt nicht auf.

"In Indoor-Schießständen wird der Schall zusätzlich durch Reflexionen an Wänden, Decken und Böden verstärkt. Ohne geeignete akustische Maßnahmen können sehr hohe Schalldruckpegel entstehen, die sowohl für Schützen als auch für Personal belastend sind"

Für die Planung, den Betrieb und die akustische Optimierung von Schießständen ist das Verständnis dieser beiden Schallarten von großer Bedeutung. Durch geeignete bauliche und technische Maßnahmen können die Auswirkungen der Schallentwicklung reduziert und die Bedingungen für Schützen und Betreiber verbessert werden.

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